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Mittwoch, 6. Juni 2007
Rätselhaftes Gebäck von der Roten Liste der Konditoreiwaren
Im Café Lösche in Gotha stieß ich kürzlich auf dieses interessante, vorher nie gesehene Gebäck. Ich hatte dem Namen nach etwas ganz anderes erwartet und verfiel folglich in basses Staunen, als ich die Teigkugel auf Wasabis Teller erblickte. Sie staunte ebenfalls, aber nicht weil sie das Gebäck nicht kannte, sondern es schon jahrelang nirgendwo mehr gesehen hatte. Preisfrage: Wer weiß, wie dieses fast ausgestorbene Backwerk heißt und woraus es besteht?
Ich verspeiste nur eine schnöde, dennoch äußerst angenehme Mohntorte, statt des Cappuccinos - obwohl er mit Milchschaum garniert war - hätte ich dann doch lieber einen Brühkaffee genommen. Wir saßen sehr nett in dem kleinen Konditoreicafé am Buttermarkt (der an der Stelle mehr eine Gasse ist), sozusagen zum Dessert, denn eine halbe Stunde vorher hatte ich eine ausgezeichnete gegrillte Thüringer Bratwurst auf dem quirligen Marktplatz verspeist. Überhaupt war ich ziemlich überrascht von dem Städchen. In der Peripherie gibt es viele brüchige Ecken und lückigen Häuserreihen, aber die historische Innenstadt ist ein echtes Kleinod mit schönen Bürgerhäusern und einem riesigen Barockschloss über dem Markt mit dem eindrucksvollen Rathaus. Viele kleine Lädchen und gefühlte sechs Dutzend Cafés, Kneipen, Gastwirtschaften, Dönerbuden und asiatische Restaurants runden das Bild ab. Nett. Das empfinden wohl manche Gothaer nicht zwangsläufig genauso. Kaum hatte ich geparkt, stürmte ein Herr in den 70ern begeistert auf mich zu. "Ein Leipziger! Was wollen Sie denn in Gotha - haben sie sich verfahren oder verirrt?", fragte er. Dass man sein Städchen freiwillig besucht, wollte er nicht so richtig glauben.
7 Kommentare:
Mohrenkopf?
Bingo!
Ich kannte unter der Bezeichung nur diese Schaumzuckerleckerei, auch "Negerkuss" genannt.
Hier gibts ein Bild
Und jetzt noch die Frage: woraus ist der abgeildete Mohrenkopf?
Im Osten gabs einen Unterschied zwischen Negerkuss und Mohrenkopf.
Das Zeug war etwa wie Biscuit, glaube ich.
Bingo! Die Mohrenköpfe von früher aus der Bäckerei Bahn waren allerdings aus Brandteig, aber das war ja auch im Westen.
Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich die Fragen tatsächlich trotz meines furchtbaren Gedächnisses beantworten konnte.
Sehen uns ja hoffentlich dann beim traurig-fröhlichen Abschied!
Ich habe mich tatsächlich gewundert, was Du dir alles merkst.
Bei Bäcker Bonsack gabe es die früher, waren mit Pudding gefüllt und mit Teig, hießen auch Mohrenkopf, aber sind deutlich etwas anderes als die Dickmanns ;-). Trotzdem sehr lecker
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