Mittwoch, 28. Januar 2009

Frühstück trostlos

Heute morgen wachte ich auf und wunderte mich, dass es schon hell war. Der Blick auf den Wecker ließ mich aus dem Bett hüpfen und ins Bad stürmen. Ich hatte satte eineinhalb Stunden verschlafen.

Ansonsten gönnen wir uns jeden Morgen ein schönes Frühstück. Kaffee aus dem Mokkakännchen, die Bohnen frisch gemahlen. Käse, Marmelade, Butter, gerne auch mal einen Happen Hering. Dazu die Zeitung. Vielleicht ein bisschen spießig, aber mit einem Heißgetränk und zwei bis drei Broten im Magen macht der Frühstart einfach Spaß.

Heute: Ein sogenanntes "Ciabatta" vom Imbissladen am Ostkreuz. Wie etwas so Labbriges diese optische Knusprigkeit vortäuschen kann, ist mir ein echtes Rätsel. Ehrlich gesagt kann ich mich schon nicht mehr erinnern, ob ich jetzt Salami oder Schinken hatte. Schade um die 2,50 Euro für eine Art Flugzeugverpflegung. Im Ziel-S-Bahnhof dann bei Kamps noch mal Nachschub geholt. Ei-Schrippe 2 Euro (Alibi 1,99). Bisschen sehr mayonnaisig und süßlich. Gleicher Gedanke, wie eigentlich jedesmal, wenn ich so ein Zeug gegessen habe - "Muss ich nicht haben." Genau wie die zwei Tassen Brühkaffee auf Arbeit. Fazit: Magen übersäuert, klumpiges Gefühl.

Im Geiste notiert: Selbst wenn man verschläft, lieber 5 Minuten Zeit fürs Brote machen nehmen. Oder noch besser: Abends schon die Bentobox mit kleinen und gesunden Köstlichkeiten füllen und morgens dann genießen. Kettenbäcker und Fertigbrötchenstände an S-Bahnhöfen (und nicht nur da) meiden.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Gutes Essen

Ich habe jetzt ein Weilchen hin und her überlegt, ob ich dazu wirklich einen Kommentar abgeben sollte oder nicht- nicht weil das Gesagte falsch wäre, sondern im Gegenteil, weil es so schrecklich und greifbar wahr jeden Tag zu besichtigen ist, aber ohne jegliche Aussicht auf eine Verbesserung.

Ich bin oftmals quer durch die Stadt unterwegs und auf das Angebot von Bäckern und Metzgern angewiesen. Jedoch ist es schon fast ein Ding der Unmöglichkeit unter der riesigen Snackauswahl, die an jeder Ecke aus den Läden quillt, etwas besseres als Hundefutter zu bekommen (wobei es mir auch schon passiert ist, dass ein Hund das Brötchen, das mir nicht schmeckte ebenso verschmäht hat).
Ich habe mir im Laufe der Zeit dann eine persönliche Infrastruktur des Frühstücks zusammengestellt, d.h. nachgeschaut, wo gibt es gute Brötchen, Wurst etc. und steuere diese Läden dann gezielt an, je nach dem eben, wo in der Stadt ich grade zu tun habe.

Aber auch dort muss man manchmal sehr aufpassen.
Mein Lieblingsmetzger mit zugehörigem kleinen Imbiss am Roseneck (Fleischerei Lindow) bietet die guten Brötchen vom Bäcker Mann an und seine Wurst ist von sehr guter Qualität. Da ich gerne Leberkäsbrötchen esse, diese aber in Berlin wenig nachgefragt sind, lasse ich mir immer eines frisch belegen.
Allerdings sollte man den Belegevorgang genau im Auge behalten um notfalls eingreifen zu können, ansonsten kann es einem passieren, dass das Brötchen erst fingerdick mit Margarine zugeschmiert wird und dem Eigengeschmack des Leberkäs` am Schluss mit esslöffelweise Senf der Garaus gemacht wird. Oft könnte man fast mit grösserer Berechtigung von einem Senfbrötchen denn von einem Leberkäsbrötchen sprechen.
"Senf ist ein Gewürz liebe Berliner und keine Hauptzutat", aber ich bezweifle, dass die, die das angeht, dies hier überhaupt lesen.

Dieser exzessive Gebrauch der verschiedensten Cremes und Saucen auf den Brötchen kommt meines Erachtens daher, dass die meisten Brötchen Fertigbackdinger sind, die aussen zwar irgendwie knusprig sind, im Innern aber eher an Watte erinnern und ohne zusätzliches Schmiermittel einfach kaum runterzuwürgen sind.
Und die Beläge aus eingeschweißter Wurst, käseartigen Scheiben oder Fleischabfällen in Form von Formschinken sind meist derart mit Pökelsalzen, Aromastoffen, Flüssigrauch etc. kontaminiert, dass man einfach was Fettiges zur Verhinderung von Sodbrennen braucht (Wobei diese Cremes vermutlich die Sodbrenn-Gefahr zusätzlich eher noch erhöhen).

Alles in Allem weiss mein Körper nach einem dermassen Frühstück immer ganz genau welchen Schund er wieder zu verdauen hat und reagiert dementsprechend darauf.

Zum Kaffee:

Ich trinke tagsüber zwar kaum Kaffee, aber ich habe den Eindruck, dass die Qualitätsentwicklung hierbei eher ins Positive geht.
Natürlich ist die olle Filterplörre noch an jeder Ecke zu bekommen, aber an derselben Ecke hat man oft schon auch die Möglichkeit Espresso oder Cappuccino in vernünftiger Qualität zu bekommen.
Es wäre mal interessant, genauer zu durchleuchten, wieso bei Getränken die Qualität sich verbessert, aber die Qualität der Speisen immer unterirdischer wird..??

Eintopf hat gesagt…

@ Blogeintrag:
Womit sich wieder mal bestätigt hätte, was Jakob Hein in seiner "Gebrauchsanweisung für Berlin" moniert hatte - dass der Berliner definitiv kein Gourmet sei und sich das am allerdeutlichsten beim Backwerk offenbare.

@Anonymus:
Ich denke, das Kaffee-Phänomen ist ein sehr punktuelles. Wir verdanken es der Tatsache, dass italienische Kaffees und hippe Ausschänke á la "Coffee culture" in Mode gekommen sind, dass es inzwischen nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Mitteleuropa anständige schwarze Brühe bekommt. Aber einen anständigen türkischen bekommt man kaum noch irgendwo - ganz zu schweigen von der Teekultur, die hierzulande nach wie vor am Boden liegt. Von einer Verbesserung der Qualität von Getränken würde ich also lieber nicht sprechen.

Anonym hat gesagt…

Hallo Eintopf

Ich kann das mit der punktuellen Qualität von Kaffee nicht ganz nachvollziehen.
Natürlich kann es sein, dass man im hintersten Eck von Hohenschönhausen nichts Gescheites bekommt, aber ich versteife mich schon auf die Aussage, dass die Kaffeequalität wesentlich besser geworden ist in den letzten zehn Jahren.
Nicht unbedingt die Qualität der einzelnen Anbieter, aber die Qualität in der Auswahl.

Tee sei hiervon mal ausgenommen, dazu habe ich nicht viel zu sagen

Eintopf hat gesagt…

@ Anonymus:
Klassisches Missverständnis. Mit "punktuell" meinte ich nicht, dass Kaffee an einigen Orten besser geworden sei - wie gesagt, in ganz Mitteleuropa (ich habe da auch einige ganz konkrete Orte vor Augen) hat sich die Qualität in dieser Hinsicht sehr verbessert.

"Punktuell" ist die Reichweite in Bezug auf Nahrungsmittel, denn z.B. schon Tee oder Kakao hat diese Qualitätssteigerung vollkommen unberührt gelassen. Und nicht-italienische oder -amerikanische Kaffees sind auch außen vor geblieben. Wie viele Orte kennst du, an denen man einen orientalischen Kaffee mit ordentlich Kardamom bekommst? Da steigen Starbucks & Co. auch schon wieder aus.

Anonym hat gesagt…

Hallo Eintopf

Ich klinke mich mal aus, weil ich, wie gesagt, wenig Kaffee trinke, Tee nur im Notfall und Schokolade mir ein Greuel ist.
Einzig sei mir gestattet zu sagen, dass ich guten Espresso für wenig Geld ums Eck bekommen kann, was mir vor Zeiten unmöglich war.

schtieF hat gesagt…

Kennt ihr schon das Neugrüns Köche?

ich war jetzt endlich einmal da und kann es nur empfehlen:

http://schteif.blogspot.com/2009/02/neugruns-koche-feine-kuche-fur-wenig.html

Anonym hat gesagt…

Apropos Espresso

Für den besten Espresso halte ich den portugiesischen. Der hat so ein schokoladiges Aroma und ist (oft) wesentlich angenehmer, als die oftmals doch recht sauren italienischen Mittelklasseprodukte.

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