Mittwoch, 21. Januar 2009

Heißhunger in Erkältungszeiten

Gewisse Dinge kommen zuverlässig jedes Jahr wieder. Eines davon ist die Erkältungswelle im Winter. Nahezu täglich hört man aus einer anderen Ecke, dass der oder die (z. B. kürzlich Gutes Essen und Wasabi) leider nicht einsatzfähig sei, weil sich Hals, Nase und Hirn zum gemeinsamen Boykott verabredet haben. Dieser Zustand ist mir nicht unbekannt, da ich mir zwar selten grippale Infekte einfange, dafür aber gerne dank quasi-allergischer Reaktionen identische Symptome habe. In diesen Zeiten besinne ich mich gern auf ein altes Hausmittelchen mit angeblichen Wunderkräften: Hühnerbrühe.


Dummerweise verfüge ich weder über einen Schnellkochtopf, der Energie- und Zeitaufwand in erträglichen Maßen hielte, noch habe ich allzu viel Lust, mich mit Triefnase und Niesattacken lange in die Küche zu stellen. Glücklicherweise stieß ich in meiner Verzweiflung im Supermarkt nebenan auf die oben abgebildete Ersatzdroge, die zu meinem Erstaunen der selbstgemachten Version recht nahe kam. Trotz Glutamat, Aroma und Farbstoffen schmeckt das Süppchen mit der richtigen Wasserbeigabe angenehm hühnerig, leistet sich auch ein paar Fettaugen und enthält vernünftige Fleischstückchen. Mit etwas Reis und ein paar Erbsen ist der knappe Liter Suppe für einen Schniefenden ein vollkommen ausreichendes Abendessen.

Ob das Süppchen tatsächlich so gesund ist, wie gern behauptet wird, lasse ich dahingestellt. Auf jeden Fall schmeckt es (im Gegensatz zur Rindfleisch-Variante, die mich nicht so sehr begeisterte) gut, ist schnell zubereitet und wärmt auf. Dafür verzeiht man dem Konzentrat auch das bescheuerte Bild auf dem Etikett. Gourmethäppchen braucht in den beschriebenen Momenten ohnehin keiner.

Kommentare:

Wasabi hat gesagt…

Diese Brühe im Glas gibt es von unterschiedlichen Herstellern, und es gibt auch welche ohne Aromazusatz - im Lecker-Essen-Haushalt ist meistens ein kleinerer Vorrat vorhanden, der auch außerhalb der Erkältungszeit manchmal als Suppengrundlage dient.
Für die Erkältungssuppe koche ich immer noch ein paar Scheiben frischen Ingwer mit, das gibt einen leicht asiatischen Geschmack, und Ingwer soll ja auch wahnsinnig gesund sein. Als Einlage dann gerne Glasnudeln oder Reisnudeln.

Eintopf hat gesagt…

Ingwer ist ohnehin eine tolle Winter-Allzweckwaffe. Meine Lieblingsverwendung (außerhalb von Suppen un Pfannengerichten): ein Stück Ingwer kleinhacken, in heißem Wasser 10 min auskochen, dann vom Feuer nehmen, die entsprechende Menge Schwarzteeblätter dran, 2-3 Minuten ziehen lassen, Milch & Honig dazu - fertig.

Im Asia-Laden gibt es auch Ingwer-Beutel, die man gut als Gewürz verwenden kann - wer starke Nerven hat und - so wie ich - Ingwer liebt, kann die aber auch als Teebeutel (wieder mit Milch und Zucker/Honig) verwenden. Aber Vorsicht, die schmecken wirklich heftig.

Anonym hat gesagt…

Also ich kann mir nicht helfen, aber wenn in der Zutatenliste Aroma, Geschmacksverstärker und Gewürze und Farbstoffe angegeben sind, dann ist das halt nur ein chemisch zusammengebautes Nahrungsmittelimitat.
Ich kenne diese Brühe...sie schmeckt tatsächlich besser als diese brutal verwürzten Pulverbrühen, aber etwas besser zu sein als das Schlechteste macht noch lange nichts Gutes daraus.
Nach was diese Brühe wohl schmecken würde, liesse man die ganzen Zutaten, inclusive der Farbstoffe weg? Vermutlich hätte man ein blasses und geschmacksarmes Wässerchen auf seinem Teller.

Wer eine Hühnersuppe essen will, der kommt einfach nicht darumherum, sich eine richtige selbst zu kochen.
Und sooo zeit- und energieaufwendig ist das auch wirklich nicht.
Die meisten Leute sagen ja immer sofort, dass das Stunden dauere. Das stimmt zwar, aber vielleicht muss man mal verraten, dass die Brühe auch alleine vor sich hinsimmern kann und keineswegs der permanenten Bewachung bedarf. Alles in Allem ist der tatsächliche Zeitaufwand für eine Hühnerbrühe vielleicht 30 Minuten, den Rest der Zeit kann man sich schön aufs Sofa legen und seine Erkältung pflegen.
Und ein Schnellkochtopf verbietet sich sogar für eine gute Brühe. Je langsamer die Brühe zum Kochen gebracht wird, desto besser lösen sich die Aromen aus dem Huhn.
Nach drei bis sechs Stunden auf kleinstem Feuer dann absieben, das Huhn zerpflücken und fertig ist die Brüh´.

Eintopf hat gesagt…

Wie bereits erwähnt, geht es nicht nur um Zeitaufwand (obwohl man im Erkältungsfall auch nicht unbedingt fünf Stunden auf sein Süppchen warten möchte, in der Zeit ist man längst eingeschlafen - was man bei angeschaltetem Herd besser nicht tun sollte), sondern auch um die Energieersparnis.

Und wenn ich wirklich "die Nase voll habe", also Niesattacken bekomme, sobald ich aufrecht stehe, sind auch 30 Minuten eine seeehr lange, definitiv zu lange Zeit. Die Kardinalslösung ist wahrscheinlich eine liebe Person, die einem das Süppchen köchelt, während man auf dem Sofa vor sich hin vegetiert. Aber die kriegt man ja auch nicht im Supermarkt.

Gewiss kann ein Nahrungsmittel-Imitat nicht an seine natürlichen Vorbilder heranreichen; andererseits ist fraglich, ob man sich mit Gourmet-Zubereitungen einen Gefallen tut, wenn man ohnehin fast nichts schmeckt. Auf jeden Fall herzlichen Dank für den Anti-Schnellkochtopf-Tipp, das habe ich zum ersten Mal gehört.

Anonym hat gesagt…

Hallo Eintopf
Ich gebe zu, dass es für die "normalen" Suppenesser schon einen Aufwand darstellt erst einzukaufen, dann zu schnibbeln und noch stundenlang auf die Suppe warten zu müssen.
Ich hingegegen esse fast täglich Suppe (meist Hühnersuppe), so dass ich immer einen Topf voll im Kühlschrank habe und mir nur noch was warm machen muss.
Wenn der Vorrat zur Neige geht, koche ich mir ca einmal die Woche 4-5 Liter frische Brühe.
Aber ein Tip: man kann die Brühe portionsweise einfrieren, so dass man immer etwas greifbar hat, oder man füllt die heisse Suppe in Gläser mit Twist-Off Deckeln....so hält sie sich problemlos 2-3 Monate.

Anonym hat gesagt…

sorry, aber ein blog über lecker essen und als erstes ein artikel über suppe aus der dose.
no go.
aber, wer den (kleinen) aufwand schert, ist die supp´ nicht wert.
und jetzt einmal für alle anwesenden:
es gibt KEIN food aus der packung oder der dose, welches schmackig ist. maybe Miracoli...:-)
sorry.
ich tät das wort "lecker" aus dem blogtitel entfernen.
wär nur konsequent.
versuche trotzdem, weiterzulesen...
tät mich interessieren, was das blog zu ertugrul sagt.
wahrscheinlich noch nie dagewesen.
na ja, wer dosenhühnersuppe isst und die diversen E´s hochjubelt...

Anonym hat gesagt…

Zur Energieersparnis:
Ich wohne in einer Wohngemeinschaft in der wir zu viert sind. Alle bei uns kochen täglich ein- oder zweimal für sich. Wir zahlen 24 Euro montlich für das Gas, also 6 Euro pro Person. Das Suppekochen ca. dreimal monatlich, kotet mich ca 10 Prozent davon, also etwa 60 cent.
Das heisst, dass mich das Kochen von 6 Litern Brühe vielleicht 20 Cent kostet.
Nun mal ehrlich....da kosten mich ein paar Stengel Petersilie oftmals deutlich mehr.
Ich hab mir vor Jahren bei Ikea für zehn Euro einen 10l Topf gekauft (billig zwar, aber völlig ausreichend), in dem ich bis zu sieben Liter Supe machen kann. Es dauert zwar, bis das Wasser kocht, aber ist es mal auf Temperatur, reicht die kleinste Flamme auf kleinster Stufe aus, um die Suppe am Simmern zu halten.
Zur Gourmet-Zubereitung:

Ich koche kein überambitioniertes Chi-Chi-Süppchen, sondern eher Omas Hühnerbrühe, angereichert mit ein paar Zutaten, die Oma noch nicht hatte, so wie Ingwer, Chili oder Knoblauch.
Gegessen wird die Suppe mit dem kleingeschnittenen Hühnerfleisch, Gemüse, Suppennudeln, oder was man sonst gerade greifbar hat

Wasabi hat gesagt…

Tja, wir drei Autoren sind tatsächlich bekennende Alles-Tester, das ist das Prinzip dieses Blogs.
Ich persönlich urteile nie über ein Essen, das ich nicht probiert habe und mir liegt es fern, irgendjemandem vorschreiben zu wollen, was ihm/ihr schmecken muss oder soll. Vorbildhaft finde ich in dieser Hinsicht Jürgen Dollases Test eines Hamburgers. Aber vielleicht hast du hier ja doch noch etwas gefunden, was dir mundet.

(Übrigens: wer oder was ist Ertugrul? Wenn Du einen guten Tipp hast, dann lass uns doch teilhaben!)

Wasabi hat gesagt…

Nochmal zur Energieersparnis: das kann ich bestätigen. Ich verwende einen 5,5-Liter-Topf, der, wenn er einmal auf Kochtemperatur ist, auf der kleinsten Flamme vor sich hinblubbert.
Dem Schnellkochtopf (aufgedrängt bekommen von Oma) traue ich nicht über den Weg, außerdem ist der für Hühnerbrühe etwas klein.

Anonym hat gesagt…

Ich schon wieder....
Kleine Rechnung:
1/2 Suppenhuhn ca 1,5kg 6.50 E
1Stange Lauch .40 E
3 Möhren .20 E
1/2 Sellerieknolle .50 E
1 Petersilienwurzel .20 E
Petersiliengrün .30 E
Pfeffer, Salz, Zwiebel
Knofi,Ingwer, Chili......ca. .50 E
Gas .20 E
macht 8.80 Euro
für max. 8l Brühe
6oog verwertbares Hühnerfleisch
150g bestes Hühnerschmalz

Preis für einen Liter Suppe incl. ca 70g Fleisch und 20 g Hühnerschmalz etwasmehr als ein Euro.
Die Suppe aus dem Glas kostet in meinem Edeka 1.19Euro , ergibt ca 800ml Suppe, 50g Fleisch und weissem!?? Hühnerfett.

Eintopf hat gesagt…

Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass es im (nicht ersten, sondern vorübergehend aktuellsten) Eintrag explizit um den Sonderfall "Erkältung" geht. Wenn man dann keine eingefrorenen (meiner Ansicht nach die beste Lösung) oder gekühlten Notrationen (z. B. weil der Kühlschrank schlicht zu klein für Töpfe ist) hat, darf es auch mal schnell und anspruchslos sein. Kulinarische "no go"-Gebote (die genau genommen "dont's" sind), gelten für diesem Moment nicht, oder wie es eine Bekannte mal formulierte: "Es gibt Tage, an denen muss man essen, und es gibt Tage, an denen muss man sich einfach nur ernähren." Die Rechnung ist wiederum hochspannend - interesannt wäre auch, ob die Werte bei E-Herden identisch sind.

Eine kategorische Dosen- und Packungsabneigung halte ich hingegen für übertrieben, denn z. B. Kokosmilch kann ich nicht ständig selber aus der Kokoskuh zapfen, mixe mir nicht selbst Ketchup und Eier trage ich auch ungern unverpackt nach Hause (das musste ich in Polen ein halbes Jahr tun und bin froh, dass die Zeit vorüber ist). Auch so einige edle französische Camemberts kommen in einer (Holz-)Verpackung zu ihrem Konsumenten, ebenso wie der passende Wein dazu. Man sollte da schon etwas differenzierter vorgehen. Schließlich wurden auch hier keine "Es hochgejubelt", sondern nur angemerkt, dass die Chemo-Variante nicht immer gleich zwingend zum Brechen sein muss.

Ich für meinen Teil, da ich schnupfenfrei bin, bastle mir noch heute einen - unverpackten, fabrstoff- und glutamatfreien - leckeren Zitronenkuchen, der aus primitivsten und billigsten natürlichen Zutaten besteht und bis jetzt noch fast jeden Tester in die Sucht getrieben hat.

GutesEssen hat gesagt…

@ den anonymen, der meinte:

"es gibt KEIN food aus der packung oder der dose, welches schmackig ist."

Ist schon klar... Du kaufst niemals eingedoste Wurst oder Leberpastete, keine Gurken im Glas (legst du die selbst ein?) und verzichtest auf fertige Marmelade. Die Sardellen kommen selbstverständlich aus dem 100-Liter-Fass beim Krämer um die Ecke und den Senf rührst du selbst an. Spaghetti knetest du aus Hartweizen und trocknest sie über der Wäscheleine. Vermutlich verkochst du auch einmal im Jahr ein ganzes Kalb zu Fond und frierst es ein, anstatt ein Gläschen hochwertigen Fertigfond zu kaufen.

GutesEssen hat gesagt…

@ den anonymen Hühnersuppenkocher

Findest du nicht, dass du für so viel Flüssigkeit ein bisschen wenig Huhn nimmst? Also von einem Suppenhuhn mit 1,5 Kilo die Hälfte - oder meinst du ein fettes 3-Kilo-Teil, das du dann halbierst?

Ansonsten eine interessante Rechnung, auch wenn es dem lieben Eintopf doch gar nicht ums Geld ging. Selber kochen ist eigentlich immer billiger, schließlich bezahlt man sich nicht für die Kochzeit :-) So, und jetzt geh ich Linseneintopf essen (hausgemacht und auf Vorrat eingefroren).

Anonym hat gesagt…

Hallo Gutes Essen
Ich nehme ein fettes Huhn mit ca 3-3.5kg und davon die Hälfte.
Zusatzlich gebe ich oftmals noch ein Päckchen Hühnerklein (500g, 0,69Euro)
hinzu, oder Hühnerkarkassen vom Geflügelhändler (kosten so gut wie nichts).
Zusätzlich gibt mir mein Geflügelman auch immer noch etwas vom Hühnerflomen (Hühnerfett) mit, das sich (man glaubt es nicht) tatsächlich viele Leute beim Kauf herausnehmen lassen.
Die Suppe ist dann zwar meist viel zu fettig, aber dieses Hühnerfett gibt unglaublich viel Geschmack und Farbe in die Brühe. Ich lass die Suppe dann einfach auf dem Balkon erkalten und schöpfe das überschüssige Fett am nächsten Tag ab. So hat man zusätzlich noch einen feinen Brotaufstrich.

sunny hat gesagt…

am besten ist eine selbst gemachte hühnersuppe,ich koche mir die wenn ich erkältet bin oder ich mich nicht wohl fühle und es hilft wirklich. statt eines alten supenhuhnes(meistens ist da wenig dran) mache ich die suppe mit hühnerschenkeln,das schmeckt genauso gut.

Die Suppe koche ich dann ca. 1 stunde in einem gaz normalen topf.

Umfragen hat gesagt…

Das mit der Hühnersuppe ist mir ja ganz neu. Habe noch nie etwas davon gehört. Aber wenn ich das nächste Mal mal wieder erkältet sein sollte, werde ich auf jeden Fall Hühnersuppe essen. Nicht selbstgemacht, aber dafür von den Eltern, die sich dann liebevoll um mich kümmern werden xD

Eintopf hat gesagt…

Wie schon mal irgendwann im Januar erwähnt, ist beste Hühnersuppe die, welche man in der Not nicht selbst zubereiten muss (was man in zerrüttetem Zustand ohnehin selten will), sondern von einer liebenden Person vorgesetzt bekommt. Damit kann man Menschen sehr glücklich machen bzw. selbst glücklich werden. In meinen letzten Brüh-Aktionen hat sich übrigens die Standardversion 3 Schenkel + 2x Suppengrün + 1,5l Wasser + 3h Köchelzeit herauskristallisiert.

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