Samstag, 17. Januar 2009

Der Feind des Blogs: Faulheit und Konservatismus

Viele Blogs haben ihre Höhen und Tiefen, und außer einigen A-Bloggern, die scheinbar immer was zu schreiben wissen, schwächelt fast jede/r Onlineschreiber/in auch gerne mal. Wie man es auch hier beobachten kann. Nach heftigem Nachdenken wurde mir auch klar, warum das so ist: weil wir derzeit viel zu viel in der Bude sitzen und ansonsten ständig in die selben Wirtschaften gehen.

Das Tapas 6 ist so eine Adresse: immer wieder gerne besucht, immer wieder klasse, was soll ich da noch schreiben? "Wieder im Tapas 6 gewesen. Der Kutteleintopf war ein absoluter Gaumenhit. Ein Thüringer zeigt den Spaniern, wie man Tapas macht." Langweilig, das wissen wir. Ich möchte ja nicht, dass es euch wie den Lesern von Tip, Zitty, Berliner Zeitung und anderen Hauptstadtblättern geht. Schon wieder ein Artikel über Tim Raues Ma-Restaurant. Was steht drin: Raue mag keine Kohlenhydratbeilagen, sondern setzt auf pures Geschmackserlebnis, Raue macht "seine" asiatische Küche, das Essen ist spitze. Und einen Michelinstern hat er auch. Gähn. Was sollen sie auch sonst in den Computer hacken, die Gastroschreiberlinge. So ist das. Was gut ist, muss man nicht ständig neu ins Blatt bzw. Blog hieven.

Über das Mittelmaß möchte ich schon gar nicht schreiben. Wie es bei diesem auch in der Presse heftigst beworbenen schwäbischen Lokal in Wilmersdorf der Fall war. Etwas trockener Fasan, die Spätzle zu kalt und bestimmt nicht hausgemacht. Die Soße ok, der Kaiserschmarrn sehr gut. Da gingen wir etwas verstimmt raus, waren aber auch nicht restlos verärgert. Vielleicht hatten die Herren Schwaben einfach einen schlechten Tag, sie sollten eigentlich eine zweite Chance bekommen. Aber dafür müssen wir nochmal hin, und ganz ehrlich: Spätzle kann ich selber ganz gut. Also gut, versprochen: die schwäbische Wirtschaft wird nochmal aufgesucht.

Einige unsere bevorzugten Essstationen blieben im Blog leider bisher ohne Widerhall. Wir waren einmal dort, zweimal, dann nochmal. Taumeln immer satt und müde nach Hause, wollen was schreiben ("Wir müssten mal endlich was übers [Name einsetzen] machen!"). Die Bilder sind geschossen, die Rechnung ist ausgewertet. Dann kommt die Faulheit, schlägt mit südamerikanischer Wucht zu ("Manana, manana"). Aus morgen wird übermorgen dann sind zwei, drei Wochen vorbei und ohne zu wissen wie uns geschieht, sitzen wir schon wieder dort, taumeln danach satt und müde nach Hause... Ihr wisst, wie es weiter geht.

Guter Vorsatz für 2009: Nicht immer in die gleiche Wirtschaft einkehren, auch wenn's toll ist (Kampf dem Konservatismus) und dann auch drüber schreiben (wider die Faulheit!).

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.