Sonntag, 18. August 2013

Ein guter Espresso hilft gegen wunden Fuß

Espresso Limo in atti's café

Schön wär’s ja. Mit Fuß-Aua und lahmen Gliedern ins nächste Café einkehren, einen schönen Espresso trinken und danach geht es weiter - mit wundersam verheilten Blasen und neuer Spannkraft im Geläuf.

Leider ist das nie der Fall. Heute zum Beispiel stand ich zweieinhalb Stunden als ehrenamtliche Hilfskraft auf dem SPD-Sommerfest am Brandenburger Tor. Von links bohrte sich Roland Kaiser (“Dich zu lieben, dich zu spüren…”) im penetranten Discofox-Rhythmus in den Gehörgang, von rechts dudelte eine Orjenal-Altberliner-Drehorgel das Lied vom knallroten Gummiboot. Das alleine reicht schon, um sich ganz malade zu fühlen.

Ich entkam dann zwar dem Lärmteppich durch Flucht nach Norden. Aber nach einem Fußmarsch zur U2 am Potsdamer Platz, Umstieg zur U8 am Alex, Fahrt zur Brunnenstraße und Längsdurchquerung der Mauerparks war ich reif für eine längere Rast. Der Liebsten war mein schleppender Hinkegang natürlich nicht entgangen. Kann sein, dass ich auch ein bisschen jammerte. Doch auf dem Marsch zur Schönhauser Allee kamen wir in der Gleimstraße nur an einer schier endlosen Reihe von Abfütterungsbetrieben für das touristische Zielpublikum vorbei. Nichts, das nach Café aussah. Bis die Liebste mit ihrem untäuschbaren Kaffeeriecher atti’s espresso café entdeckte.

atti's espresso Café, Gleimstraße 44

Mit letzter Kraft reingewankt. In die knuffigen kleinen Ledersessel fallen gelassen. Espresso, Cappuccino und einen selbst gebackenen Möhrenkuchen mit ausgeprägter Zimtnote geholt. Zugeguckt, wie Babys durch die Gegend krabbeln und erste Roman-Versuche in Kladden gekritzelt werden. Noch eine Fritzlimo Orange gegen den Durst geholt (“Alle Kaltgetränke nur 2 Euro”). Schließlich 6,90 Euro gezahlt. Für zwei. Der wunde Fuß war zwar nicht verheilt, aber der prima Espresso hatte mich wieder soweit aufgemöbelt, dass ich den Weg ins heimische Neuköllner/Treptower/Kreuzberger Grenzgebiet antreten konnte. Sollte ich bei meinen seltenen Reisen in den Mauerpark wieder Erfrischungsbedürfnisse verspüren, kann atti’s espresso café trotz Deppenapostroph und Deppenleerzeichen im Namen auf meine weiteren Besuche zählen.

Angenehm untouristisch, unhipp, lecker. Empfehlenswert!

atti’s espresso café
Gleimstraße 44, von der Schönhauer Allee Richtung Mauerpark
10437 Berlin – Prenzlauer Berg

1 Kommentar:

Nina Stammer hat gesagt…

Ob ich da jemals vorbeikomme und einen Cappuccino trinke, weiß ich nicht. Aber Spaß beim lesen hatte ich allemal und bin jetzt sehr gespannt auf weitere Empfehlungen.
Liebe Grüße Nina

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