Schwarz-Gelb hat es geschafft: dieses Blog wird politisch. Statt mich auf die Suche nach grandiosen Restaurants zu begeben, ging ich heute auf die Berliner Anti-Atom-Demo und demonstrierte mit ungefähr 100.000 anderen gegen die Atompolitik der Bundesregierung. Bin gespannt, ob die Lobbyistenhörigen in Regierung und Bundestag jetzt langsam darüber nachdenken, was sie eigentlich gerade aufs Spiel setzen.
Hier ein paar Impressionen vom Platz vor dem Hauptbahnhof (mit meiner alten Fujiknispe gefilmt). Die Demo war da schon eine Stunde unterwegs und immer noch warteten Tausende darauf, sich dem Zug zum Kanzleramt anzuschließen. Für Augenzeugenberichte empfehle ich Twitter.
Jedes Ding hat seine Zeit. So auch dieses Blog. Berlin ist groß und schnell, und wir sind zu klein und langsam, um den Wandel auch nur teilweise abbilden zu können. Deshalb: Danke für's Lesen und Kommentieren. Ab sofort ist das Blog im Archiv-Modus und bleibt voraussichtlich stehen, vielleicht bis Google den Blogger-Dienst einstellt.
Samstag, 18. September 2010
Samstag, 11. September 2010
Hier wird geschnapselt
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| Whisky gehört hinter Gitter. Aber nur weil er teuer ist. Der beißt nicht. |
Die Fussball-WM ist vor genau zwei Monaten zu Ende gegangen, am 11. Juli mit dem Sieg Spaniens über Holland. Aber nicht diese Ergebnis kostete mich heute die Kleinigkeit von 30 Euro für eine Flasche schottischen Singlemalt. Verloren hatte ich den schon am 23. Juni, an dem Tag als Deutschland 1:0 gegen Ghana gewann und damit den Sprung ins Achtelfinale schaffte.Ich Depp hatte nämlich gewettet, D würde sich noch in der Vorrunde aus dem Turnier verabschieden. In meiner Hybris hatte ich der Kollegin auch noch die Wahl des Wettgewinns überlassen - sie wünschte sich eine Flasche Ardbeg, 10 Jahre alt und teilte mir siegessicher auch gleich die Bezugsadresse mit.
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| Big sind außer dem Whiskyangebot auch die marktschreierischen Schilder. |
Heute gondelte ich also nach Britz - und landete in einem faszinierenden Schnapsladen. Bei dem reichlich doofen Namen "Big Market" und der biedermeierlichen Webseite hatte ich eine Art Ramschbude mit angeschlossener Whiskeyabteilung erwartet. Tatsächlich trat ich ein in ein Spirituosenparadies der Güteklasse A. Praktisch jeder waagrechte Fleck ist mit Flaschen zugestellt, mit ungefähr allen Whiskeys die dieser Planet aus seinen Poren herausdestilliert (GB, USA, IR, CAN, JP etc.), in allen Preisklassen - vom einfachen Blended bis zur Jahrzehnte alten Singlemalt-Rarität im vierstelligen Eurobereich. Beeindrucken auch die Auswahl an Cognac, Armagnac, Gin und natürlich Rum.
Dabei wurde wurde mir erst richtig bewusst, dass teuere Schnäpse und damit die Whiskeytrinkerei offensichtlich ein bevorzugter Zeitvertreib älterer, gut situierter Männer ist. Die Bilder von den Verkostungen, die Herr Horn vom Big Market anbietet, zeigen jedenfalls vornehmlich ältere Semester mit gefüllten Gläsern zwischen Bergen von Hummer und Lachsparfait. Dazu passt auch das Ambiente aus abgewetzten Teppichen und dunklem Holz.
Nun bin ich noch nicht im gesetzten Alter, als besonders wohlhabend würde ich mich auch nicht bezeichnen. Aber so ein schönes Gläschen von dem Gerstenbrand schmeckt mir auch bisweilen. Ganz unter uns: während ich diese Zeilen in den Notebook tippe, nehme ich ab und zu einen Schluck von einem überaus torfigen, mit Aromen von Rauch, Karamel und Kirschen auftrumpfenden Talisker. Angeblich soll dieser Classic-Malt nach Seegras und Pfeffer schmecken, wovon ich aber noch nichts gemerkt habe.
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| Wenn Flaschen lächeln könnten... Diese würden es tun. |
Den Talisker habe ich mir gleich selbst geschenkt, zum Trost, dass ich den Ardbeg am Montag herausrücken muss. War auch noch im Angebot beim Big Market. Kann man da widerstehen? Im Grunde bin ich also ganz froh über die verlorene Wette, warum sonst hätte ich nach Britz fahren sollen. Und die Kollegin wird mir ganz sicher auch einen Schluck von ihrem Gewinn zukommen lassen. Aber erst nach Arbeit ;-)
12349 Berlin
(auch mit Onlineshop)
Bus M44 ab S-Bahn Hermannstraße
Haltestelle Zimmererweg
Montag, 31. Mai 2010
Seelenfutter, oder: Das Glück kommt mit der geräucherten Bratwurst
Was ist eigentlich Glück? Zyniker behaupten: die Abwesenheit von Unglück und meinen damit das dahinströmende Leben ohne besondere Höhen und Tiefen. Dahinter steckt meines Erachtens eine recht traurige Haltung zum Leben. Wer so etwas ernsthaft meint, hat vergessen, wie es sich anfühlt, wenn die Glückshormone durch die Adern rollen, wenn auf einmal in den dunklen Winkeln unseres Gemüts die Sonne aufgeht und sich selbst der trübste Tag mit einem Mal mit hellem Licht erfüllt.
Wie früher zuhause. Ganz ehrlich. Wurst vom Dorfmetzger, dazu ein Schlag Kren, schön saftiges dick krustiges Mischbrot und Gurken. Zu trinken bestellte ich mir ein schönes Märzen von der Brauerei Strauß in Wettelsheim. Wer nie etwas anderes als gesichtslose Massenbiere getrunken hat, wird sich erst hineinschmecken müssen in dieses malzige vollmundige Gebräu. Bei bayrischem Bier denkt ja alle Welt erstmal an München. Wer weiß schon, dass Franken die größte Vielfalt an kleinen und kleinsten Brauereien hat - und damit natürlich wunderbarste Auswahl an wunderbarsten Bieren.
Dazu gibt es noch die herrlichste selbstgemachte Hausmannskost und hausgebackene Kuchen. Zur Brotzeit löffelte ich eine Gemüsesuppe aus feinster selbst gekochter Brühe. Wie bei der Oma im fränkischen Dorfwirtshaus, damals vor Äonen. Als ich die Köstlichkeiten serviert bekam, konnte ich erst gar fassen, dass das Wirklichkeit sein sollte, was da vor mir stand. Mehr will ich gar nicht verraten. Danach war ich nicht nur satt, sondern auch unendlich glücklich. Was brauch' ich Gold und Tand und große Autos ...
Beim erneuten Besuch hatten die Erikas und Hilden sich was Neues überlegt: Hausgemachte Maultaschen in Brühe! Ich bin zwar kein Schwabe, aber den gefüllten Nudelteig mag ich sehr gerne. Und wenn sie dann nicht den Standardgeschmack der Tütenware aus dem Kühlregal haben, ohne Holzhammeraromen und Konfektionswürzung - umso besser. Klasse!
Dazu nahm ich diesmal das Wettelsheimer Hell (2,50 Euro), ein paar Prozentchen leichter als das dunklere Märzen. Die Liebste, eher mit Kaffeelaune als mit Gelüsten auf Deftiges, bestellte die ebenfalls hausgemachte Buttercremetorte und dazu einen Cappuccino. Das Glas Wasser gibt es gratis dazu.
Ich merke das gar nicht, aber als wir gingen, meinte die Liebste nur, ich würde schon wieder total glücklich aussehen. Ja, das war ich auch nach diesem Kurzurlaub in Franken mit Blick auf auf den Neuköllner Schifffahrtskanal.
Unbedingt hingehen!
Erika & Hilde, fränkisch/schwäbische Eckgaststätte für alle.
Ecke Weigandufer/Elbestraße (Nähe Wildenbruchplatz)
12045 Berlin Neukölln
Achtung neue Öffnungszeiten ab 2013:
Mo-Do 11-1 Uhr, Sa 11-22 Uhr und So 11-20 Uhr (ohne Gewähr!)
Anfahrt: Bus 104/167, Haltestelle Wildenbruchplatz
Oder mit Bus 194 , Haltestelle Lohmühlenplatz und dann sieben Minuten Fußweg am Kanal Richtung Osten.
Der Auslöser kann ein ganz kleines Ereignis sein. Das Lächeln eines Fremden auf der Straße, eine gelungene Formulierung in einer Geschichte, die man sich aus der Tastatur quält. Oder etwas, das auf einmal eine lange verschüttete Erinnerung aufblitzen lässt - ein Ereignis, ein Ort, ein wunderbares Erlebnis, das längst vergessen war.
Bei mir waren es nicht die Madeleines, die mich in die Kindheit zurückversetzten, auch nicht die Ratatouille, die für eine überbordende Serotoninausschüttung sorgte und sich wie Balsam auf mein Gemüt legte. Es war die Kombination aus fränkischer Brotzeit, fränkischer Gemüsesuppe und fränkischem Bier und das alles praktisch vor unserer Haustür, am Neuköllner Weigandufer, keine 200 Meter entfernt vom Wildenbruchplatz an der Ecke zur Elbestraße.
Bis diesen Mai von mir unentdeckt, hat dort eine junge Truppe fränkisch-schwäbischer Herkunft eine kleine Kneipe aufgemacht - mit Gerichten und Getränken, die mir die Tränen des Glücks in die Augen treiben. Im Erika & Hilde gibt es nämlich feinste fränkische Importwaren: Eine Brotzeit mit originaler geräucherter Bratwurst aus dem südlichen Mittelfranken (3,80 Euro, mit Käse statt Wurst 3 Euro, ebenso 3 Euro mit "verschiedenen Pasten").
Bei mir waren es nicht die Madeleines, die mich in die Kindheit zurückversetzten, auch nicht die Ratatouille, die für eine überbordende Serotoninausschüttung sorgte und sich wie Balsam auf mein Gemüt legte. Es war die Kombination aus fränkischer Brotzeit, fränkischer Gemüsesuppe und fränkischem Bier und das alles praktisch vor unserer Haustür, am Neuköllner Weigandufer, keine 200 Meter entfernt vom Wildenbruchplatz an der Ecke zur Elbestraße.
Bis diesen Mai von mir unentdeckt, hat dort eine junge Truppe fränkisch-schwäbischer Herkunft eine kleine Kneipe aufgemacht - mit Gerichten und Getränken, die mir die Tränen des Glücks in die Augen treiben. Im Erika & Hilde gibt es nämlich feinste fränkische Importwaren: Eine Brotzeit mit originaler geräucherter Bratwurst aus dem südlichen Mittelfranken (3,80 Euro, mit Käse statt Wurst 3 Euro, ebenso 3 Euro mit "verschiedenen Pasten").
Wie früher zuhause. Ganz ehrlich. Wurst vom Dorfmetzger, dazu ein Schlag Kren, schön saftiges dick krustiges Mischbrot und Gurken. Zu trinken bestellte ich mir ein schönes Märzen von der Brauerei Strauß in Wettelsheim. Wer nie etwas anderes als gesichtslose Massenbiere getrunken hat, wird sich erst hineinschmecken müssen in dieses malzige vollmundige Gebräu. Bei bayrischem Bier denkt ja alle Welt erstmal an München. Wer weiß schon, dass Franken die größte Vielfalt an kleinen und kleinsten Brauereien hat - und damit natürlich wunderbarste Auswahl an wunderbarsten Bieren.
Dazu gibt es noch die herrlichste selbstgemachte Hausmannskost und hausgebackene Kuchen. Zur Brotzeit löffelte ich eine Gemüsesuppe aus feinster selbst gekochter Brühe. Wie bei der Oma im fränkischen Dorfwirtshaus, damals vor Äonen. Als ich die Köstlichkeiten serviert bekam, konnte ich erst gar fassen, dass das Wirklichkeit sein sollte, was da vor mir stand. Mehr will ich gar nicht verraten. Danach war ich nicht nur satt, sondern auch unendlich glücklich. Was brauch' ich Gold und Tand und große Autos ...
Beim erneuten Besuch hatten die Erikas und Hilden sich was Neues überlegt: Hausgemachte Maultaschen in Brühe! Ich bin zwar kein Schwabe, aber den gefüllten Nudelteig mag ich sehr gerne. Und wenn sie dann nicht den Standardgeschmack der Tütenware aus dem Kühlregal haben, ohne Holzhammeraromen und Konfektionswürzung - umso besser. Klasse!
Dazu nahm ich diesmal das Wettelsheimer Hell (2,50 Euro), ein paar Prozentchen leichter als das dunklere Märzen. Die Liebste, eher mit Kaffeelaune als mit Gelüsten auf Deftiges, bestellte die ebenfalls hausgemachte Buttercremetorte und dazu einen Cappuccino. Das Glas Wasser gibt es gratis dazu.
Ich merke das gar nicht, aber als wir gingen, meinte die Liebste nur, ich würde schon wieder total glücklich aussehen. Ja, das war ich auch nach diesem Kurzurlaub in Franken mit Blick auf auf den Neuköllner Schifffahrtskanal.
Unbedingt hingehen!
Erika & Hilde, fränkisch/schwäbische Eckgaststätte für alle.
12045 Berlin Neukölln
Achtung neue Öffnungszeiten ab 2013:
Mo-Do 11-1 Uhr, Sa 11-22 Uhr und So 11-20 Uhr (ohne Gewähr!)
Anfahrt: Bus 104/167, Haltestelle Wildenbruchplatz
Oder mit Bus 194 , Haltestelle Lohmühlenplatz und dann sieben Minuten Fußweg am Kanal Richtung Osten.
Dienstag, 25. Mai 2010
Es brät ein Bi-Ba-Burgermann in unserm Neuköllner Kiez herum...
Liebe Leser. Ich möchte euch heute einen ganz jungen, ganz neuen, ganz tollen... Hamburgerladen vorstellen.
"Himmel! Schon wieder ein Klopsebrater" höre ich euch schon schreien und fragen: "Kann es denn nicht mal was Frisches sein, was Gesundes, was Außergewöhnliches? Was mit ohne tote Tiere?"
Sag ich: ist frisch, der Burger. Nämlich frisch vom Grill, liebevoll mit dem behandschuhten Finger auf den richtigen Gargrad getestet, mit Gewürzen bestreut und geheimen Flüssigkeiten begossen. Gesund? Was so herrlich schmeckt, kann gar nicht ungesund sein. 190 Gramm Hackfleisch (90 Prozent gut abgehangenes Rind, ein Zehntel Lamm, täglich durchgedreht vom türkischen Metzger, das ganze auf einem angewärmten Fluffelbrötchen (aber nicht zuuuu fluffelig) und dann Radieschen, Rucola, Eisberg. Beim ersten Mal hatte ich Feldsalat auf meinem Hacksteak. Wenn das nicht außergewöhnlich ist. Dazu eine leichte Mayonaise (mit Joghurt?), Zwiebelringe und - ohne Aufpreis - auf Wunsch Jalapenos. Und echte Gurkenscheiben.
Schleck, schleck, schleck - sag ich. Und zahle liebend gern 3,70 Euro für dieses perfekt gebratene Schnellessen. Alles andere kostet mehr. Ist aber bestimmt sein Geld auch wert. Wie auch die Kartoffelecken (neudeutsch "Wegdes", was auch nur dreieckig bedeutet) - gut durch, leicht knusprig, für 1,80 reicht es als Beilage für zwei. Dann kommt auch noch der Brater, reicht italienischen Traubenessig ("den müsst Ihr einfach auf den Wedges probieren,") Ketchup und Ersatzmayo. Das nenne ich Einsatz. Dazu gibt es echtes Spezi, schön süß, mit Rülpsfaktor. Danach spannt der Bauch, Hunger sollte man also mitbringen.
Kein Wunder, dass ich heute beinahe wieder reingehuscht wäre. Denn das winzige Lokal mit seinen rohen Ziegelwänden, dem konservierten Stuck und den Höhlenmalereien liegt so günstig an der Bushaltestelle, an der ich mir abends gerne mal die Beine in den Bauch stehe. Dann kam der Bus. Glück gehabt. Oder Pech. Wie man es nimmt.
Was die Jungs da in der Pannierstraße/Ecke Sonnenallee, nicht weit vom Neuköllner Hermannplatz, vor gut drei Wochen gestartet haben, hat in dieser Gegend tatsächlich gefehlt: Das BBI (Berlin Burger International) ist eine 1a-Homemade-Burgerbude von exquisiter Qualität - wie man sie in dieser Stadt nicht so leicht findet. Kompliment! Und wer hat sie wieder als erstes entdeckt? Die Liebste mit ihrem Näschen für's Besondere.
BBI - Berlinburger International, Pannierstr. 5, 12047 Berlin
Geöffnet von 13-23 Uhr
Fünf Minuten vom Hermannplatz. Bus: M41, M29, 171, 194
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"Himmel! Schon wieder ein Klopsebrater" höre ich euch schon schreien und fragen: "Kann es denn nicht mal was Frisches sein, was Gesundes, was Außergewöhnliches? Was mit ohne tote Tiere?"
Sag ich: ist frisch, der Burger. Nämlich frisch vom Grill, liebevoll mit dem behandschuhten Finger auf den richtigen Gargrad getestet, mit Gewürzen bestreut und geheimen Flüssigkeiten begossen. Gesund? Was so herrlich schmeckt, kann gar nicht ungesund sein. 190 Gramm Hackfleisch (90 Prozent gut abgehangenes Rind, ein Zehntel Lamm, täglich durchgedreht vom türkischen Metzger, das ganze auf einem angewärmten Fluffelbrötchen (aber nicht zuuuu fluffelig) und dann Radieschen, Rucola, Eisberg. Beim ersten Mal hatte ich Feldsalat auf meinem Hacksteak. Wenn das nicht außergewöhnlich ist. Dazu eine leichte Mayonaise (mit Joghurt?), Zwiebelringe und - ohne Aufpreis - auf Wunsch Jalapenos. Und echte Gurkenscheiben.
Schleck, schleck, schleck - sag ich. Und zahle liebend gern 3,70 Euro für dieses perfekt gebratene Schnellessen. Alles andere kostet mehr. Ist aber bestimmt sein Geld auch wert. Wie auch die Kartoffelecken (neudeutsch "Wegdes", was auch nur dreieckig bedeutet) - gut durch, leicht knusprig, für 1,80 reicht es als Beilage für zwei. Dann kommt auch noch der Brater, reicht italienischen Traubenessig ("den müsst Ihr einfach auf den Wedges probieren,") Ketchup und Ersatzmayo. Das nenne ich Einsatz. Dazu gibt es echtes Spezi, schön süß, mit Rülpsfaktor. Danach spannt der Bauch, Hunger sollte man also mitbringen.
Kein Wunder, dass ich heute beinahe wieder reingehuscht wäre. Denn das winzige Lokal mit seinen rohen Ziegelwänden, dem konservierten Stuck und den Höhlenmalereien liegt so günstig an der Bushaltestelle, an der ich mir abends gerne mal die Beine in den Bauch stehe. Dann kam der Bus. Glück gehabt. Oder Pech. Wie man es nimmt.
Was die Jungs da in der Pannierstraße/Ecke Sonnenallee, nicht weit vom Neuköllner Hermannplatz, vor gut drei Wochen gestartet haben, hat in dieser Gegend tatsächlich gefehlt: Das BBI (Berlin Burger International) ist eine 1a-Homemade-Burgerbude von exquisiter Qualität - wie man sie in dieser Stadt nicht so leicht findet. Kompliment! Und wer hat sie wieder als erstes entdeckt? Die Liebste mit ihrem Näschen für's Besondere.
BBI - Berlinburger International, Pannierstr. 5, 12047 Berlin
Geöffnet von 13-23 Uhr
Fünf Minuten vom Hermannplatz. Bus: M41, M29, 171, 194
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Da guckst du, was!? Von Kreuzberg her sickern immer mehr schicke kleine Lädchen Richtung Sonnenallee. Nord-Neukölln kommt!