Samstag, 2. Oktober 2010

Speisen á la carte in gesundender Umgebung

Ich bin für ein paar Tage nach Berlin-Mitte umgezogen. Wo andere Urlaub machen, Pubcrawls veranstalten und sich für die Clubnächte aufwärmen, dort wohne ich jetzt übergangsweise. Zugegebenerweise nicht ganz freiwillig. Mein Hotel mit Vollpension heißt St. Hedwig und ist ein katholisches Krankenhaus, gleich in der Nachbarschaft zum Hackeschen Markt und der Galerienmeile Auguststraße.

Die Verpflegung gibt dem Tag Struktur und ist dazu recht komfortabel: Frühstück um 7.30 Uhr, Mittag gegen 12, um 14.30 zwei Kekse und ne Tasse Brühkaffee. Klassisches deutsches Abendbrot zwischen ZDF-"heute" und Tagesschau. Mehrmals am Tag huschen überaus freundliche Damen ins Zimmer und fragen geduldig nach den werten Wünschen. Das Essen ist ganz angenehm. Sehr deutsch, durchaus schmackhaft, wenn auch mit Abstrichen. Nun, ich bin hier auch fürs gesund werden, nicht für einen Feinschmeckertrip auf Krankenkassenkosten. Kleine Kostprobe?

Hach, wie viel schöner wäre das Essen im Spital, wenn nicht diese doofen Sachen wären, die einen aufs Lager werfen.
Angeboten werden täglich drei Mittagessen zur Auswahl: Vollkost (seltsamerweise identisch mit Diabetikerversion), leichte Vollkost und Vegetarisch.  Der Donnerstag war ok. Putengulasch mit etwas zu weichem Brokkoligemüse, Fertigkartoffelpüree und etwas Erdbeerjoghurt aus dem Becher. Am Freitag lockte mich die Vegetarische Paprikaschote mit Reis und Tomatensalat. Dazu Krautsalat und als Nachtisch Apfelmus.

Ich liebe gefüllte Paprika - aber diesem Exemplar musste ich leider nach den ersten Bissen einen harschen Korb geben. Erstens war die Schote viel zu stark gegart - sie zerfiel beinahe von selbst zu rotem Brei -, zweitens konnte ich die Bestandteile der Füllung nicht abschließend identifizieren. Matschig-kremige Konsistenz mit einem diffusen Rübengeschmack. Was könnte das gewesen sein?  Vermutlich hätte ich besser das Rührei mit Rahmspinat genommen, meinem Bettnachbarn mundete es sichtlich. Gegenüber dem Gemüsegericht hätte ich auch noch knapp 350 Kalorien gespart.

Samstag ist hier offensichtlich Suppen- und Nudeltag. Suppe finde ja immer einen Gewinn, entschied mich gegen Kohlrabieintopf (waren das die Reste der Paprikafüllung?) sowie bunten Nudeln und wählte den deftigen Pichelsteiner Eintopf mit Karamellpudding. Überraschend lecker und laut Speiseplan nur 274 Kalorien. 

Noch ein Wort zu den Früh- und Spätmahlzeiten: Morgens gibt es Brötchen - so viel wie man möchte - aber mehr als zwei nehme ich nie, Wurst, Käse, Marmelade, Honig in reichlicher Menge. Fettreduzierte Butter oder Margarine stehen zur Auswahl. Abends fast das Gleiche. nur dass man Weiß-, Grau- oder Schwarzbrot haben kann. Oder alle drei. Heute gab es statt Gurkenscheiben und Tomatenecken einen richtigen Tomatensalat. Eine willkommene Abwechslung, und sehr erfrischend.

Am morgigen Sonntag steht - wer hätte es gedacht -  Braten auf der Karte: Schweinenacken mti Bayrisch Kraut, Salzkartoffeln und frischem Obst.Vollkommen überraschte mich der angegebene Brennwert: von nur 437 Kalorien.Die beiden Alternativen Hähnchenbrustfilet und Eier in Senfsoße verlieren vorab gegen das Schwein. Bin gespannt. Bild folgt.

Kulinarische Grüße vom Krankenlager!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo bemitleidenswertes Geschöpf!

Ich kann aus eigener - leider sehr umfangreichen - Erfahrung sagen: Samstag ist in wohl jedem deutschen Krankenhaus Suppen bzw. Nudeltag. Eventuell auch noch Eintopftag...je nachdem wie die Suppe gelungen ist... :-)

Kopf hoch und durch - gute Besserung!

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